Ein Einzelunternehmen aus Sachsen-Anhalt baut einen KI-Dienst. Das ist erklärungsbedürftig, und hier steht die Erklärung.
Die Ausgangsfrage
Hinter diesem Vorhaben steht SEO NW, ein Einzelunternehmen von Alexander Müller in Bertingen. Aus der Arbeit an Websites und dem darunterliegenden Redaktionssystem entstand eine Frage, die sich nicht mehr wegschieben ließ: Warum muss ein Text, den ein Sprachmodell umformulieren soll, dafür das Land verlassen?
Für die anspruchsvollsten Aufgaben gibt es eine gute Antwort – die stärksten Modelle laufen nun einmal dort, wo die größten Rechenzentren stehen. Für den Alltag gibt es keine. Einen Brief glätten, eine Gliederung entwerfen, ein Merkblatt übersetzen: Dafür reichen offene Modelle seit geraumer Zeit, und die Hardware dafür passt in einen Schrank.
Drei Entscheidungen gegen den Komfort
Bequemer wäre einer. Aber ein Verlauf ist der einzige Grund, aus dem Eingaben dauerhaft gespeichert werden müssten – und was nicht gespeichert ist, kann nicht abfließen.
Ein kostenloser Zugang bräuchte eine zweite Einnahmequelle. Alle denkbaren zweiten Einnahmequellen widersprechen dem Zweck.
Offene Modelle sind bei den schwersten Aufgaben schwächer als die kommerzielle Spitze. Das ist der Preis dafür, dass die Gewichte hier liegen und nicht anderswo.
Warum Bertingen
Weil das Unternehmen dort sitzt. Das ist die ganze Begründung, und sie ist besser als eine erfundene: Die Maschinen sollen dort stehen, wo jemand hinfahren kann, der sie kennt. Sachsen-Anhalt ist kein Rechenzentrumsstandort mit Ruf, aber Strom, Kühlung und Anbindung sind keine Frage der Postleitzahl.
Gemeint ist damit die Hardware des KI-Dienstes. Dieses Portal läuft auf anderen eigenen Servern des Betreibers, ebenfalls in Deutschland – nachzulesen in der Datenschutzerklärung.
Der rechtlich erhebliche Teil ist ohnehin ein anderer: Verarbeitung im Geltungsbereich der DSGVO, deutsches Vertragsrecht, ein Gerichtsstand, der im Streitfall erreichbar ist, und keine Muttergesellschaft in einem Land, dessen Behörden Zugriff verlangen können.
Was hier fehlt, und warum es hier steht
Ein Portal, das für Nachvollziehbarkeit argumentiert, muss die eigenen Lücken benennen, sonst verlangt es etwas, das es selbst nicht liefert:
- Keine Zertifizierung nach ISO 27001, kein BSI-C5-Testat
- Kein zweites Rechenzentrum für den Ausfall
- Keine vertragliche Verfügbarkeitszusage mit Vertragsstrafe im Standardtarif
- Kein Betrieb – der Dienst ist in Entwicklung
Wer eines davon zwingend braucht, ist bei einem größeren Anbieter besser aufgehoben. Das ist keine Bescheidenheit, sondern die Angabe, die eine Auswahlentscheidung erst möglich macht.
Über die kostenlose Rufnummer 0800 188 7 100 besteht Bereitschaft rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. Es meldet sich dieselbe Person, die den Dienst betreibt – kein Ticketsystem, keine erste Ebene, die den Fall weiterreicht.
Das ist etwas anderes als eine vertragliche Verfügbarkeitszusage mit Vertragsstrafe, und der Unterschied gehört benannt: Erreichbarkeit heißt, dass jemand abnimmt und anfängt. Eine Zusage hieße, dass eine Wiederherstellungszeit geschuldet ist. Für Dedicated-Verträge lässt sich darüber reden.
Das System hinter dem Portal
Diese Website läuft mit dem SEO CMS, einem statischen Seitengenerator aus derselben Werkstatt. Sie besteht aus fertigen HTML-Dateien ohne Datenbankabfrage beim Aufruf, ohne Cookies und ohne Einwilligungsbanner. Auch das ist eine Entscheidung mit Begründung: Ein Portal über Datensparsamkeit, das beim ersten Aufruf ein Zustimmungsfenster einblendet, würde sich selbst widerlegen.