Die Preisfrage bei einem Datenschutzprodukt ist ehrlicher zu beantworten als bei den meisten anderen, weil sich die Möglichkeiten abzählen lassen. Es gibt vier Wege, einen KI-Zugang zu finanzieren. Drei davon scheiden aus.
Die vier Möglichkeiten
| Weg | Was er bedeutet | Für uns |
|---|---|---|
| Werbung | Erfordert ein Nutzungsprofil, sonst ist die Werbung wertlos | ausgeschlossen |
| Datenverwertung | Weitergabe oder Auswertung von Eingaben, aggregiert oder nicht | ausgeschlossen |
| Trainingsnutzung | Eingaben fließen in künftige Modelle, das Produkt wird dadurch wertvoller | ausgeschlossen |
| Gebühr | Der Nutzer zahlt für die Leistung, die er bekommt | bleibt übrig |
Die ersten drei sind nicht deshalb ausgeschlossen, weil sie verwerflich wären – sie sind die Grundlage der meisten kostenlosen Angebote im Netz und werden dort meist offen benannt. Sie sind ausgeschlossen, weil sie dem widersprechen, was dieser Dienst sein soll.
Damit ist die Gebühr nicht eine von mehreren Optionen, sondern die einzige. Und dann muss sie tragen.
Was ein Zugang mindestens kosten muss
Die Rechnung ist unspektakulär. Ein Zugang belegt anteilig Grafikspeicher auf einer Karte, deren Anschaffung über einige Jahre abgeschrieben wird. Dazu kommen Strom, Kühlung, Netzanbindung, die Verwaltungssoftware, Buchhaltung, Support und die Zeit, die in Verträge und Datenschutzunterlagen geht.
Neun Euro würden bei den Nutzungszahlen, mit denen wir rechnen, die Stromkosten der Karten nicht decken – geschweige denn ihre Abschreibung. Ein Preis, der nicht trägt, führt zu einem von zwei Ergebnissen: Entweder der Dienst wird eingestellt, oder es wird nachträglich doch eine der ersten drei Finanzierungsarten eingeführt. Beides ist schlechter als ein Preis, der von Anfang an stimmt.
Es ist kein Kampfpreis und keine Prämie. Es ist der Betrag, bei dem ein Einzelzugang mit den Modellen der Einstiegsklasse – Mistral Small 3, Phi-4, Teuken-7B, EuroLLM – sich selbst trägt, mit Reserve für die Schwankung. Netto, weil das Angebot sich überwiegend an Gewerbetreibende und Behörden richtet.
Und warum nicht 60 für Behörden mal drei
Die andere Richtung ist die interessantere, weil sie seltener begründet wird.
Öffentliche Auftraggeber zahlen für Software regelmäßig deutlich mehr als Privatkunden für dasselbe. Das hat nachvollziehbare Gründe – Vertragsarbeit, Nachweispflichten, Ansprechbarkeit, längere Beschaffungswege – und es wird ebenso regelmäßig überdehnt.
Zweihundert Euro für zehn Plätze ist der Betrag, bei dem sich das deckt, was der Behördentarif zusätzlich enthält:
- Auftragsverarbeitungsvertrag auf Deutsch, geprüft, nicht aus einem Muster zusammengesetzt
- Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen als Vertragsanlage
- Vorbereitete Bausteine für das Verarbeitungsverzeichnis
- Datenblatt je Modell mit Herkunft, Lizenz und Trainingsstand
- Ein benannter Ansprechpartner mit Rückrufzusage innerhalb eines Werktages
- Rechnungsstellung nach Leistungszeitraum statt Kartenzahlung
Das ist Arbeit, die tatsächlich anfällt, und sie fällt einmal je Kunde an, nicht je Anfrage. Zwanzig Euro je Platz und Monat ist dafür ein Preis, der beide Seiten aushält.
Was er nicht ist: der Betrag, den der Markt hergäbe. Der wäre höher. Ein Anbieter, der mit Vertrauenswürdigkeit antritt und beim ersten Preisschild ausreizt, was durchsetzbar ist, hat sein eigenes Argument entwertet.
Warum es keinen kostenlosen Zugang gibt
Der häufigste Einwand, und er ist berechtigt: Ohne kostenlose Stufe probiert kaum jemand etwas aus.
Stimmt. Nur: Eine kostenlose Stufe müsste aus einer der drei ausgeschlossenen Quellen finanziert werden oder aus den zahlenden Kunden. Das Zweite ist ehrlicher, hat aber eine Grenze – wer zehnmal so viele kostenlose wie zahlende Nutzer hat, verteuert das Produkt für die, die es tragen.
Geplant ist stattdessen ein Probemonat zum halben Preis. Das kostet den Interessenten neun Euro und uns die Differenz, und es filtert genau die heraus, die ohnehin nie gebucht hätten.
Was sich noch ändern kann
Die Preise auf der Preisseite sind kalkuliert und noch nie in Rechnung gestellt worden. Bis zum Start können sie sich bewegen, und sie werden es vermutlich – die Hardwarepreise sind das am schlechtesten planbare Element des ganzen Vorhabens.
Wer sich voranmeldet, bekommt die heute genannten Preise ab Start für zwölf Monate zugesichert. Das ist die einzige Zusage, die wir zum jetzigen Zeitpunkt seriös geben können, und sie kostet uns im Zweifel Geld. Genau deshalb steht sie da.