Ein Portal, das anderen vorwirft, eine Weboberfläche vor eine fremde Schnittstelle zu setzen, kann nicht selbst ein Fenster hinstellen, hinter dem niemand weiß, was passiert. Also steht darunter, was passiert.
Auf der Startseite gibt es ein Eingabefeld mit sechs Modellkacheln. Man wählt eines oder mehrere aus, tippt eine Frage, und jedes gewählte Modell antwortet in einer eigenen Karte mit eigener Stimme. Es sieht aus wie ein Vergleichstest. Es ist keiner.
Was dahinter liegt
Die Antworten sind vorbereitete Texte. Das Skript erkennt an Stichwörtern, um welches von sechs Themen es geht, und wählt für jedes ausgewählte Modell einen passenden Text aus – mit etwas Zufall, damit dieselbe Frage nicht zweimal dasselbe ergibt. Das ist alles. Es gibt keinen Server, der befragt wird, und kein Modell, das rechnet.
Unter jeder einzelnen Antwortkarte steht genau das. Nicht im Impressum, nicht in einer Fußnote, sondern unter jeder Karte, jedes Mal.
Nicht echt: die Antworten. Sie sind geschrieben, nicht erzeugt. Die Stimmen der sechs Modelle sind nachgebildet – knapper bei den kleinen, ausführlicher bei den großen, mit Gedankenkette beim Reasoning-Modell –, aber sie sind eine Karikatur, keine Messung. Die Antwortzeiten sagen nichts über die spätere Geschwindigkeit.
Echt: das Verhalten der Seite. Dass Ihre Eingabe diesen Browser nicht verlässt, ist keine Zusage, sondern eine Eigenschaft – und die lässt sich nachprüfen.
Warum kein echtes Modell
Die naheliegende Frage lautet: Warum nicht wenigstens ein kleines Modell, das tatsächlich rechnet? Drei Gründe, in aufsteigender Wichtigkeit.
- Es wäre nicht dieser Dienst Ein Modell, das auf einem Webserver läuft, sagt nichts über einen Dienst, der auf Beschleunigerkarten in einem anderen Haus laufen soll. Der Vergleich wäre nicht falsch, sondern gegenstandslos.
- Die bequeme Abkürzung wäre eine fremde Schnittstelle Der einfache Weg zu einem funktionierenden Demo-Fenster ist ein Zugangsschlüssel bei einem großen Anbieter. Damit wären wir genau der Fall, den wir im Beitrag über Etiketten beschreiben: europäische Oberfläche, amerikanische Verarbeitung. Der Widerspruch wäre nicht theoretisch, sondern eingebaut.
- Ihre Eingabe müsste irgendwohin Sobald ein Modell auf einem Server rechnet, verlässt die Eingabe den Browser. Dann bräuchte diese Seite einen Hinweis auf eine Verarbeitung, einen Zweck, eine Rechtsgrundlage und eine Löschfrist – für ein Spielzeug auf einer Startseite. So braucht sie das alles nicht, und die Datenschutzerklärung kann in einem Satz sagen, warum.
Was gemessen wurde
Am 25. August 2026 im Browser geprüft, nicht behauptet:
- Null Netzwerkzugriffe beim Absenden. Überwacht wurden
fetch,XMLHttpRequest,sendBeaconundWebSocket. Die Liste blieb leer. - Kein Speicher. Weder
localStoragenochsessionStorage, keine Cookies. Nach dem Neuladen ist die Eingabe weg. - Eingaben werden als Text ausgegeben. Ein eingetipptes Skript-Element erscheint als Zeichenfolge, nicht als Element. Die Ausgabe läuft ausschließlich über
textContent. - Dieselbe Frage dreimal ergab drei verschiedene Antworten. Das ist Zufall im Skript, nicht Kreativität eines Modells – aber es ist der Grund, warum das Fenster nicht nach Bandansage aussieht.
Wie Sie das selbst nachprüfen
Zwei Minuten, ohne Werkzeuge, die nicht ohnehin im Browser stecken.
- Entwicklerwerkzeuge öffnen F12, dann der Bereich „Netzwerk“. Auf Fetch/XHR filtern und die Liste leeren.
- Eine Frage absenden Die Antwortkarten erscheinen. Die Netzwerkliste bleibt leer. Das ist der ganze Beweis.
- Den härteren Test machen Die Netzwerkverbindung trennen – Flugmodus genügt – und das Fenster erneut benutzen. Es funktioniert weiter. Etwas, das eine Gegenstelle bräuchte, könnte das nicht.
- Speicher ansehen Im Bereich „Anwendung“ unter Lokaler Speicher, Sitzungsspeicher und Cookies nachsehen. Für diese Seite steht dort nichts.
Der Rest der Seite ist nicht netzwerkfrei: Dieses Portal setzt eine Reichweitenmessung mit Matomo ein, auf einem Server des Betreibers, ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Beim Laden der Seite sehen Sie diesen Zähler in der Netzwerkliste.
Beim Absenden im Demo-Fenster sehen Sie ihn nicht, weil das Fenster nichts meldet. Die Aussage lautet also nicht „diese Seite lädt nichts nach“, sondern „Ihre Eingabe geht nirgendwohin“. Das ist die Aussage, auf die es hier ankommt – und die andere steht in der Datenschutzerklärung.
Was das Fenster nicht kann
- Es sagt nichts über die Qualität der späteren Antworten. Die hängt am Modell, an der Fassung, am Kontext und an der Eingabe – nichts davon ist hier im Spiel.
- Es sagt nichts über Geschwindigkeit. Die Verzögerung beim Tippen ist Gestaltung.
- Es ersetzt keinen Modellvergleich. Wer wissen will, wie sich die Modelle unterscheiden, findet die Einschätzung in der Top-10-Liste samt offengelegter Methodik und im Katalog.
Was beim Start passiert
Wenn der Dienst läuft, wird das Fenster auf echte Modelle umgestellt. Dann stimmt der heutige Hinweis nicht mehr, und er wird ersetzt – durch einen ebenso deutlichen, der sagt, was dann tatsächlich passiert: dass die Eingabe an einen Server geht, was dort damit geschieht und wie lange.
Ein stiller Wechsel wäre das Gegenteil dessen, wofür dieses Fenster steht. Mit ihm ändern sich die Datenschutzerklärung und die Maschinenauskunft unter /llms.txt, weil beide den heutigen Zustand ausdrücklich beschreiben. Das ist der Grund, warum diese drei Stellen im Projekt zusammen notiert sind: Wer eine ändert und die anderen vergisst, hinterlässt eine Erklärung, die etwas Falsches behauptet.
Bis dahin gilt: Ein Fenster, das zugibt, ein Fenster zu sein, ist mehr wert als eine Vorführung, bei der man raten muss. Wenn Sie zum Start benachrichtigt werden wollen, steht der Weg unter Voranmeldung.